Überengagement vermeiden Wie entsteht Überengagement?

Überengagement entsteht meistens aus 2 Gründen:

  • Der Angehörige macht sich große Sorgen um den Erkrankten.

  • Der Erkrankte verhält sich aufgrund seiner Depression eher passiv. Dieses Verhalten führt beim Gegenüber häufig dazu, immer fordernder aufzutreten und die Richtung zu bestimmen.

Viele Angehörige geraten dadurch in eine überfürsorgliche Haltung. Auch Sabine in unserem Film macht sich große Sorgen: Was, wenn Thomas die Tabletten nicht regelmäßig nimmt und die Depression stärker wird? Ihre Angst führt dazu, dass sie Thomas bei der Tabletteneinnahme regelrecht überwacht.

Sabine streckt Thomas schon beim Hereinkommen die Tabletten entgegen: Hier.

Thomas mag es nicht, kontrolliert zu werden: Ich nehm die Tabletten nachher, … ich hab‘ ja noch nicht mal gefrühstückt.

Sabine versucht es nochmal: Nimm sie doch jetzt gleich.

Sabine verhindert dadurch, dass Thomas sich selbstständig um seine Tabletten und sein Frühstück kümmert. Sie nimmt sogar selbst die Tabletten aus der Packung und legt sie vor ihm ab: Komm, ich helf‘ dir eben.

Thomas hat nichts zu trinken – auch das nimmt Sabine ihm ab und stellt ihm schnell ein Glas Wasser hin.

Thomas zieht sich zurück. Er nimmt die Tabletten und geht – für ihn ist das die einzige Möglichkeit, seine Selbstständigkeit zu wahren (was eigentlich ein gutes Zeichen ist).

Sabine bleibt mit der Angst zurück, ob Thomas die Tabletten nun wirklich nimmt.