Für mich selbst

Nicht nur Ihr depressiv erkrankter Angehöriger, auch Sie selbst können sich psychisch schlecht fühlen und am Ende Ihrer Kräfte sein. Denn gerade Sie stehen momentan vor großen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass Sie gut für sich sorgen. Dazu gehört auch, dass Sie sich Unterstützung für sich selbst suchen. 

Bitte denken Sie daran, dass es auch für Sie ein breites Spektrum an Möglichkeiten gibt, die Sie stärken und die Ihnen weiterhelfen können. Vielen Angehörigen von kranken Familienmitgliedern geht es psychisch nicht gut. Sie sind kein Einzelfall!

Sollten Sie sich sehr belastet fühlen oder sogar Sorge haben, selbst krank zu werden, können Sie Folgendes tun:

  • Der Familiencoach Depression gibt Ihnen viele wichtige Informationen. Wir empfehlen aber, dass Sie sich auch mit anderen betroffenen Angehörigen austauschen. Oft gibt es Selbsthilfegruppen vor Ort. Auch über überregionale Selbsthilfeverbände können Sie sich mit anderen betroffenen Angehörigen vernetzen und viele Unterstützungsmöglichkeiten nutzen. Hier finden Sie Kontaktadressen in Ihrer Nähe.

  • Wenn Ihre eigene Not nicht warten kann: Manchmal müssen entlastende Gespräche sofort sein und können nicht warten. Gespräche rund um die Uhr sind möglich durch die Telefonseelsorge: 0800/1110111 oder 0800/1110222. Anonym und kostenlos. In vielen Regionen gibt es auch telefonische Hotlines zur Hilfe in psychischen Notlagen.

  • Sprechen Sie auch Ihren Hausarzt an. Dieser kann gemeinsam mit Ihnen überlegen, wie das Ausmaß Ihrer eigenen Probleme einzuschätzen ist und beurteilen, ob eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung erforderlich ist.

Hinweis:

Oft sind akute Belastungssituationen so individuell, dass möglicherweise Zweifel aufkommen, ob allgemeine Hilfsangebote wirklich etwas nützen. Das kann sich in Gedanken äußern wie: Bei mir funktionieren diese Methoden sowieso nicht! Lassen Sie sich durch solche Gedanken aber nicht davon abhalten, den Familiencoach Depression zu nutzen. Denn tatsächlich profitieren die meisten Angehörigen davon, mehr über depressive Erkrankungen und den richtigen Umgang damit zu lernen – das wissen wir aus vielen Studien und langjähriger Erfahrung.