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Was tun bei Suizidgedanken?

Was kann und sollte ich tun?

Wenn Sie bei Ihrem Angehörigen Suizidabsichten befürchten, sind diese beiden Punkte besonders wichtig:

1. Sprechen Sie mit dem Betroffenen

Sagen Sie zum Beispiel: Ich mache mir große Sorgen um dich. Ich sehe, dass es dir sehr schlecht geht und ich habe Angst, dass du dir etwas antun könntest. Ist das so?

Viele Angehörige befürchten, den Betroffenen damit erst auf Suizidgedanken zu bringen. Das ist aber so gut wie nie der Fall! Menschen mit Suizidgedanken wollen nicht, dass das Leben aufhört – sie wollen nur, dass der Schmerz aufhört. Die meisten sind daher erleichtert, wenn sie offen sprechen können und finden ihre Gedanken selbst beängstigend, fühlen sich von ihnen verfolgt oder schämen sich dafür.

2. Holen Sie professionelle Hilfe

Das sollten Sie tun, wenn der Betroffene Suizidgedanken bestätigt und diese noch aushaltbar sind:

Der Betroffene hat noch inneren Abstand zu seinen Suizidgedanken: Ich habe immer wieder diese Gedanken, aber ich will es nicht tun und bin mir im Moment sicher, dass ich es nicht tun werde.

Rufen Sie gemeinsam den behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten an, berichten Sie von den Suizidgedanken und vereinbaren Sie umgehend einen Termin. Wenn der Erkrankte noch keinen behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten hat, können Sie hier Ärzte oder Psychotherapeuten in Ihrer Region finden.

Das sollten Sie tun, wenn der Betroffene Suizidgedanken bestätigt und diese drängend sind:

Suchen Sie gemeinsam mit dem Betroffenen die nächste psychiatrische Klinik auf. Sollte eine eigenständige Anfahrt nicht möglich sein, rufen Sie den Rettungsdienst unter 112.

Das sollten Sie tun, wenn der Betroffene Suizidgedanken verneint, Sie aber nicht davon überzeugt sind:

Bleiben Sie dran! Versuchen Sie den Betroffenen zu einem Termin bei einem Arzt oder Psychotherapeuten zu motivieren. Dieser kann die Situation professionell einschätzen. Bei Dringlichkeit sollte der Termin umgehend stattfinden.

Das rät Prof. Hegerl den Angehörigen: