Als Lesezeichen speichern | Bei Gegenwind: Dranbleiben

Wie spreche ich es an?

Bei Gegenwind: Dranbleiben

Für viele Menschen ist es schwierig, über ihr Seelenleben und eine mögliche psychische Erkrankung zu sprechen. Es kann daher sein, dass Ihr Angehöriger – so wie Roswitha – zunächst abweisend reagiert und seine Symptome verharmlost oder leugnet.

Machen Sie deutlich, dass es weder darum geht, Ihren Angehörigen bloßzustellen oder ihm eine „Schwäche“ nachzuweisen, noch darum, recht zu haben. Es geht einzig und allein darum, dass Sie sich Sorgen um ihn machen.

Bleiben Sie deshalb dran – auch bei Gegenwind. Sie zeigen Ihrem Angehörigen damit, dass er Ihnen wichtig ist. Erklären Sie ihm, warum Sie denken, dass er an einer Depression leiden könnte. Und seien Sie verständnisvoll, wenn er sich zunächst nur schwer auf den Gedanken einlassen kann, womöglich depressiv zu sein.

So wie Michael in unserem Filmbeispiel:

Roswitha weist den Gedanken an eine Depression zunächst von sich. Michael bleibt behutsam dran: Aber das ist doch jetzt auch schon ziemlich lange, dass du so niedergeschlagen bist, oder? Ich meine, sonst warst du doch eigentlich immer sehr zufrieden, hm? So mit deinen Freundinnen ... oder beim Singen ...

Michael spürt Roswithas Angst. Er macht ihr Mut: Du, so eine Depression ist eine Krankheit wie jede andere auch. Die kann jeden treffen. Mama, so eine Depression, die kann man behandeln. Je früher, desto besser! 

Liebevoll weist er zudem darauf hin, dass Roswithas Zustand nicht dauerhaft sein muss: Das ist was ganz Typisches, Mama, so warst du doch früher gar nicht.

Roswitha merkt, dass Michael für sie da ist und sich um sie sorgt. Das hilft ihr, sich zu öffnen, als Michael sie bittet, sich auf einen Arztbesuch einzulassen: Meinst du wirklich?

Hinweis:

Mit diesem Fragebogen können Sie gemeinsam Ihre Beobachtungen durchgehen und mit den Anzeichen einer Depression vergleichen. Nutzen Sie den Fragebogen für Ihr Gespräch mit Ihrem Angehörigen.