Als Lesezeichen speichern | Wie entsteht eine Depression?

Depressionen erkennen

Wie entsteht eine Depression?

Niemand ist an einer Depression selbst schuld. Aber wie kommt es eigentlich dazu?

Die Antwort ist nicht ganz einfach: Zunächst besteht eine gewisse Anfälligkeit, an einer Depression zu erkranken. Diese Anfälligkeit beruht auf der Biologie des Gehirns, sowie auf der Psyche und Lebensgeschichte.

Biologie des Gehirns

In unserem Gehirn werden Signale über Botenstoffe übertragen. Bei einer Depression geraten diese Botenstoffe aus dem Gleichgewicht. Dafür kann es eine genetische Veranlagung geben. Auch durch Schädigung des kindlichen Gehirns während der Schwangerschaft oder Geburt kann es zu einer erhöhten Anfälligkeit für Depressionen kommen.

Psyche und Lebensgeschichte

Frühe Traumatisierungen, wie zum Beispiel emotionale Vernachlässigung, können ebenfalls für Depressionen anfällig machen. Das gilt auch für bestimmte Wertvorstellungen, zum Beispiel, wenn man übermäßig leistungsorientiert ist oder die Bedürfnisse von anderen immer über die eigenen stellt.

Auslöser

Die erhöhte Anfälligkeit allein führt aber in der Regel noch nicht zu einer Depression. Erst wenn ein entsprechender Auslöser hinzukommt, kann eine Depression ausbrechen. Das ist dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Solche Auslöser können alles Mögliche sein: die hormonelle und psychische Umstellung während und nach einer Schwangerschaft, körperliche Erkrankungen oder psychische Gründe, wie der Verlust eines nahestehenden Menschen, eine Kündigung, ein Umzug oder anhaltender, belastender Stress. Aber auch positive Veränderungen wie eine Beförderung, eine Hochzeit oder erstmals Mutter zu werden, können zu einer depressiven Episode beitragen. In manchen Fällen können nach mehreren depressiven Episoden keine erkennbaren Auslöser vorliegen, der depressive Verlauf hat sich dann gewissermaßen verselbstständigt.

Hinweis:

Manchmal ist es schwer zu verstehen, warum es zu einer Depression gekommen ist. Vielleicht ist kein offensichtlicher Auslöser zu erkennen oder der Auslöser selbst ist schwer zu verstehen (z. B. die Geburt eines Kindes). In einer Psychotherapie können die Ursachen verstanden werden – genauso wie die notwendigen Veränderungen, um wieder gesund zu werden.