Was muss ich wissen? Depressionen im Alter erkennen

Ganz grundsätzlich unterscheiden sich Depressionen im Alter nicht von Depressionen in jüngeren Jahren. Ältere Betroffene neigen aber besonders häufig dazu, sich ihre Gefühle der Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit (also die Hauptsymptome einer Depression) nicht anmerken zu lassen. Im Vergleich zu jüngeren Betroffenen beschweren sie sich seltener darüber, dass sie sich traurig fühlen.

Wenn ältere Menschen an einer Depression erkrankt sind, erkennt man das daher oftmals eher an folgenden Symptomen:

  • Hoffnungslosigkeit

  • körperliche Symptome ohne eindeutig identifizierbare körperliche Ursache, wie Schmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, Magen-Darm-Probleme, körperliche Unruhe

  • Ängste (z. B. den Partner zu verlieren, schwer zu erkranken o. Ä.)

  • Gedächtnisstörungen (z. B. Termine vergessen, Schlüssel verlegen, nicht mehr erinnern, was man einkaufen wollte) und Konzentrationsprobleme

Indem ältere depressiv Erkrankte ihre Freudlosigkeit eher nicht erwähnen, sondern körperliche Beschwerden betonen, kommen häufig weder die Betroffenen selbst noch ihre Angehörigen auf die Idee, dass eine Depression vorliegen könnte.

Sollte Ihr Angehöriger also unter oben genannten Beschwerden leiden, ohne dass es dafür gut erklärbare Gründe gibt: Ziehen Sie die Möglichkeit einer Depression in Betracht.

Psychische Erkrankungen wurden früher stark stigmatisiert. Die meisten älteren Menschen verneinen ihre psychischen Probleme daher aus Schamgefühlen.

Es gibt aber auch jüngere Menschen, die ihre Gefühle unterdrücken. Auch ihre Depression zeigt sich dann eher in Form von zum Beispiel Schmerzen, Schlafstörungen oder Schwindel.

Hinweis:

Da die aufgeführten Beschwerden auch häufig bei älteren Menschen auftreten, die nicht depressiv erkrankt sind, ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Ein Arzt sollte alle infrage kommenden organischen Ursachen prüfen und ausschließen können, bevor eine Depression diagnostiziert wird.